Sportwetten Schweiz Legal: Rechtslage und Geldspielgesetz 2026

Die Frage, ob Sportwetten in der Schweiz legal sind, lässt sich nicht mit einem einfachen Ja oder Nein beantworten. Hinter dieser scheinbar simplen Frage verbirgt sich ein komplexes Geflecht aus Gesetzen, Behörden und Regelungen, das selbst erfahrene Wettfreunde manchmal vor Rätsel stellt. Seit dem Inkrafttreten des Geldspielgesetzes am 1. Januar 2019 hat sich die Landschaft der Sportwetten in der Eidgenossenschaft grundlegend verändert. Was früher in einer rechtlichen Grauzone stattfand, unterliegt heute klaren Vorschriften, die sowohl Anbieter als auch Spieler betreffen.
Wer in der Schweiz auf Sport wetten möchte, bewegt sich in einem streng regulierten Markt. Die Behörden haben mit dem Bundesgesetz über Geldspiele einen Rahmen geschaffen, der einerseits legale Wettmöglichkeiten garantiert und andererseits die Bevölkerung vor den Gefahren des Glücksspiels schützen soll. Dieser Artikel beleuchtet alle relevanten Aspekte der rechtlichen Situation und erklärt, was Sportwetten-Fans wissen müssen, um auf der sicheren Seite zu bleiben.
Die Schweizer Wettlandschaft im Überblick
Bevor wir in die rechtlichen Details eintauchen, lohnt sich ein Blick auf die Besonderheiten des Schweizer Wettmarktes. Im Gegensatz zu vielen anderen europäischen Ländern, in denen zahlreiche private Anbieter um die Gunst der Kunden konkurrieren, ist der Schweizer Markt stark reguliert und auf wenige lizenzierte Anbieter beschränkt. Diese Beschränkung ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer bewussten politischen Entscheidung.
Der Schweizer Ansatz basiert auf dem Grundgedanken, dass Geldspiele zwar ein legitimes Freizeitvergnügen darstellen, aber gleichzeitig erhebliche Risiken bergen. Spielsucht, finanzielle Probleme und sozialer Abstieg sind reale Gefahren, die nicht unterschätzt werden dürfen. Der Gesetzgeber hat sich daher entschieden, den Markt nicht vollständig zu liberalisieren, sondern in einem kontrollierten Rahmen zu halten, der sowohl die Interessen der Spieler als auch die des Gemeinwohls berücksichtigt.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Verwendung der Erträge. In der Schweiz fliessen die Gewinne aus Lotterien und Sportwetten nicht in private Taschen, sondern kommen vollständig gemeinnützigen Zwecken zugute. Sport, Kultur, Soziales und Umweltschutz profitieren von den Millionen, die jährlich durch Geldspiele generiert werden. Dieses Modell unterscheidet die Schweiz grundlegend von Ländern, in denen private Wettanbieter ihre Gewinne an Aktionäre ausschütten.

Der Weg zum Geldspielgesetz: Von der Volksabstimmung zur Umsetzung
Die Geschichte des modernen Schweizer Glücksspielrechts beginnt mit einer Volksabstimmung am 11. März 2012. An jenem Tag stimmten beeindruckende 87 Prozent der Schweizer Bevölkerung für einen neuen Verfassungsartikel über Geldspiele. Dieser Artikel 106 der Bundesverfassung legte den Grundstein für eine umfassende Neuordnung des Glücksspielmarktes und übertrug dem Bund die Zuständigkeit für Spielbanken, während die Kantone für Lotterien und Sportwetten verantwortlich blieben.
Nach jahrelangen parlamentarischen Beratungen verabschiedete die Bundesversammlung am 29. September 2017 das Bundesgesetz über Geldspiele. Die Diskussionen waren durchaus kontrovers, denn insbesondere die geplanten Netzsperren gegen ausländische Anbieter stiessen auf Widerstand. Mehrere Jungparteien und digitale Bürgerrechtsorganisationen ergriffen daraufhin das Referendum, weil sie in den Sperrmassnahmen einen bedenklichen Eingriff in die Internetfreiheit sahen.
Am 10. Juni 2018 kam es zur entscheidenden Volksabstimmung über das Geldspielgesetz. Das Resultat fiel eindeutig aus: Mit 72,9 Prozent Ja-Stimmen nahm die Bevölkerung das neue Gesetz an. Die Stimmbeteiligung lag bei etwa 34 Prozent, was für Schweizer Verhältnisse einem durchschnittlichen Wert entspricht. Besonders deutlich fiel die Zustimmung in den Westschweizer Kantonen und im Tessin aus, während der Kanton Solothurn mit 63,5 Prozent die geringste Zustimmungsrate verzeichnete.
Das neue Geldspielgesetz trat schliesslich am 1. Januar 2019 in Kraft und ersetzte zwei veraltete Gesetze gleichzeitig. Das Spielbankengesetz von 1998 und das Lotteriegesetz von 1923, das noch aus einer völlig anderen Epoche stammte, wurden durch ein einheitliches Regelwerk abgelöst. Damit reagierte die Schweiz auf die zunehmende Digitalisierung der Glücksspielbranche und schuf erstmals ein kohärentes Regulierungsmodell.
Das Bundesgesetz über Geldspiele im Detail
Das Geldspielgesetz verfolgt mehrere zentrale Ziele, die im Gesetzestext klar definiert sind. An erster Stelle steht der Schutz der Bevölkerung vor den Gefahren, die von Geldspielen ausgehen können. Spielsucht ist ein ernstes Problem, das nicht nur die Betroffenen selbst, sondern auch deren Familien und das soziale Umfeld in Mitleidenschaft zieht. Der Gesetzgeber hat daher verschiedene Schutzmechanismen verankert, die präventiv wirken sollen.
Ein weiteres wichtiges Anliegen ist die sichere und transparente Durchführung von Geldspielen. Wer bei einem lizenzierten Anbieter wettet, soll darauf vertrauen können, dass alles mit rechten Dingen zugeht. Die Quoten müssen fair berechnet werden, Gewinne müssen zuverlässig ausgezahlt werden, und die persönlichen Daten der Spieler müssen geschützt sein. Diese Anforderungen können nur Anbieter erfüllen, die einer strengen behördlichen Aufsicht unterliegen.
Schliesslich regelt das Gesetz auch die Verwendung der Erträge aus dem Glücksspiel. Die Reingewinne aus Lotterien und Sportwetten kommen vollumfänglich gemeinnützigen Zwecken zugute. Jährlich fliessen so Hunderte von Millionen Franken in die Bereiche Sport, Kultur, Soziales und Umwelt. Die Bruttospielerträge der Spielbanken werden teilweise für die Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung verwendet.
Das Gesetz unterscheidet zwischen drei Hauptkategorien von Geldspielen. Spielbankenspiele sind Casinospiele, die konzessionierten Spielbanken vorbehalten sind und unter der Aufsicht der Eidgenössischen Spielbankenkommission stehen. Grossspiele umfassen Lotterien, Sportwetten und Geschicklichkeitsspiele, die interkantonal, automatisiert oder online durchgeführt werden. Kleinspiele sind lokale Veranstaltungen wie Tombolas, kleine Pokerturniere oder Sportwetten mit begrenzter Reichweite, die von den kantonalen Behörden bewilligt werden.

Die Aufsichtsbehörden: ESBK und GESPA
Für die Umsetzung und Überwachung des Geldspielgesetzes sind zwei Hauptinstitutionen zuständig, die unterschiedliche Bereiche des Marktes beaufsichtigen. Die Eidgenössische Spielbankenkommission, kurz ESBK, ist sowohl Aufsichts- als auch Strafverfolgungsbehörde im Bereich der Spielbanken. Sie prüft Konzessionsgesuche, erteilt Spielbewilligungen für Online-Casinos und überwacht die Einhaltung aller gesetzlichen Vorschriften durch die konzessionierten Betriebe. Darüber hinaus erhebt sie die Spielbankenabgabe, die einen wichtigen Beitrag zur Finanzierung der Sozialversicherungen leistet.
Die interkantonale Geldspielaufsicht, bekannt unter dem Kürzel GESPA (früher Comlot), ist für einen anderen Teil des Marktes verantwortlich. Sie beaufsichtigt und bewilligt Grossspiele, also Lotterien, Sportwetten und Geschicklichkeitsspiele, die automatisiert, online oder interkantonal durchgeführt werden. Swisslos und die Loterie Romande unterstehen ihrer Aufsicht, ebenso wie alle von diesen Anbietern durchgeführten Sportwetten.
Die Aufgaben dieser Behörden gehen weit über die blosse Lizenzvergabe hinaus. Sie überwachen kontinuierlich die Einhaltung der Spielerschutzmassnahmen, kontrollieren die Werbetätigkeit der Anbieter und greifen bei Verstössen ein. Regelmässige Berichte dokumentieren die Entwicklung des Marktes und identifizieren Bereiche, in denen Handlungsbedarf besteht. Im Jahr 2024 verzeichneten die Grossspiele einen Umsatz von 3,97 Milliarden Franken, was einem Plus von 5,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Beide Behörden arbeiten eng zusammen und koordinieren ihre Aktivitäten über ein Koordinationsorgan, das gemäss Bundesverfassung die Zusammenarbeit zwischen Bund und Kantonen sicherstellt. Diese Struktur mag auf den ersten Blick kompliziert erscheinen, sie gewährleistet jedoch eine umfassende Regulierung des gesamten Glücksspielmarktes.
Legale Wettanbieter in der Schweiz
Wer in der Schweiz legal auf Sport wetten möchte, hat im Wesentlichen zwei Optionen. Für die Deutschschweiz und das Tessin ist Swisslos mit seinem Sportwettenangebot Sporttip der einzige zugelassene Anbieter. In der Westschweiz übernimmt diese Rolle die Loterie Romande mit ihrem Produkt Jouez Sport. Diese regionale Aufteilung ist historisch gewachsen und spiegelt die föderale Struktur der Schweiz wider.
Sporttip bietet Wetten auf eine breite Palette von Sportarten an. Fussball, Eishockey, Tennis und viele weitere Disziplinen stehen zur Auswahl. Das Angebot umfasst sowohl Einzelwetten als auch Kombiwetten, und seit 2019 können Spieler auch Live-Wetten platzieren, also während einer laufenden Partie auf verschiedene Ereignisse tippen. Die Wetten können online über die Website oder App platziert werden, aber auch in über 4000 Verkaufsstellen in der ganzen Deutschschweiz, im Tessin und im Fürstentum Liechtenstein.
Jouez Sport funktioniert nach demselben Prinzip, richtet sich aber an die Bevölkerung der Romandie. Die Kantone Freiburg, Genf, Jura, Neuenburg, Waadt und Wallis gehören zum Einzugsgebiet der Loterie Romande. Auch hier können Spieler online oder in zahlreichen Verkaufsstellen ihre Tipps abgeben. Im Jahr 2025 wurden zusätzlich LoRoPlay-Terminals in den Verkaufsstellen installiert, die das Wetten noch einfacher machen sollen.
Die GESPA hat das Wettangebot beider Anbieter bewusst eingeschränkt, um die Spieler zu schützen und das Risiko von Spielmanipulationen zu minimieren. Wetten auf kleinere Sportveranstaltungen und untere Ligen sind nicht möglich, weil dort die Gefahr von Absprachen und Korruption höher eingeschätzt wird. Für alle grossen Sportereignisse und Ligen stehen jedoch ausreichend Wettmöglichkeiten zur Verfügung.
Ein wichtiger Vorteil der lizenzierten Schweizer Anbieter liegt in der Sicherheit. Wer bei Sporttip oder Jouez Sport wettet, kann sicher sein, dass Gewinne auch tatsächlich ausgezahlt werden. Die Behörden überwachen die Anbieter streng, und im Falle von Problemen haben Spieler einen klaren Rechtsweg. Diese Sicherheit ist bei ausländischen Anbietern nicht gegeben.

Internationale Buchmacher und die rechtliche Grauzone
Die Situation wird komplizierter, wenn es um internationale Wettanbieter geht. Das Geldspielgesetz verbietet ausländischen Anbietern explizit, in der Schweiz Sportwetten anzubieten. Wer keine Schweizer Lizenz besitzt, darf die Schweizer Bevölkerung weder mit Wetten noch mit Werbung ansprechen. Verstösse gegen dieses Verbot können mit Freiheits- oder Geldstrafen geahndet werden.
Um dieses Verbot durchzusetzen, führte das Geldspielgesetz das Instrument der Netzsperre ein. Die ESBK und die GESPA veröffentlichen regelmässig Listen mit Internetadressen von nicht bewilligten Glücksspielseiten. Schweizer Internetanbieter sind gesetzlich verpflichtet, den Zugang zu diesen Seiten zu sperren. Wer versucht, eine gesperrte Seite aufzurufen, wird auf eine Informationsseite weitergeleitet, die erklärt, warum der Zugang blockiert ist.
Bereits im ersten Jahr nach Einführung der Netzsperren wurden über 1000 ausländische Anbieter blockiert. Die Sperrlisten werden regelmässig aktualisiert und im Bundesblatt publiziert. Bis November 2025 hat die ESBK zahlreiche weitere Updates veröffentlicht, um neue illegale Angebote zu erfassen.
Für die Spieler selbst sieht die rechtliche Situation allerdings anders aus. Wer bei einem nicht konzessionierten ausländischen Anbieter wettet, macht sich nach dem Geldspielgesetz nicht strafbar. Das Gesetz richtet sich primär gegen die Anbieter, nicht gegen die Nutzer. Spieler tun dies jedoch auf eigene Gefahr, und die Konsequenzen können erheblich sein.
Die Risiken beim Spielen auf ausländischen Plattformen sind vielfältig. Es gibt keine Garantie, dass Gewinne tatsächlich ausgezahlt werden. Bei Streitigkeiten haben Spieler praktisch keine rechtlichen Möglichkeiten, ihre Ansprüche durchzusetzen, da sich sowohl die Lizenz als auch der Gerichtsstand im Ausland befinden. Die Spielerschutzmassnahmen entsprechen möglicherweise nicht dem Schweizer Standard, und im schlimmsten Fall kann das Konto ohne Vorwarnung gesperrt werden.
Hinzu kommt ein steuerliches Problem: Gewinne bei ausländischen Anbietern fallen nicht unter den grosszügigen Freibetrag für Grossspiele. Während Gewinne bei Sporttip oder Jouez Sport bis über eine Million Franken steuerfrei bleiben, müssen Gewinne bei ausländischen Buchmachern grundsätzlich als Einkommen versteuert werden. Dieser Aspekt wird von vielen Spielern unterschätzt und kann zu unangenehmen Überraschungen bei der Steuererklärung führen.
Konsequenzen bei Verstössen gegen das Geldspielgesetz
Das Geldspielgesetz sieht verschiedene Sanktionen für Verstösse vor, wobei die Schwere der Strafe von der Art des Vergehens abhängt. Wer ohne Bewilligung Grossspiele durchführt, also etwa illegale Sportwetten anbietet, muss mit Freiheits- oder Geldstrafe rechnen. Dies betrifft vor allem die Anbieter selbst, nicht die einzelnen Spieler.
Besonders streng geht das Gesetz gegen illegale Werbung vor. Wer für nicht bewilligte Spiele Werbung macht, kann mit einer Busse von bis zu 500’000 Franken bestraft werden. Diese Bestimmung richtet sich gegen Plattformen und Influencer, die für ausländische Wettanbieter werben, aber auch gegen Medienunternehmen, die entsprechende Werbung schalten.
Für lizenzierte Anbieter gelten strenge Auflagen, deren Verletzung ebenfalls Konsequenzen haben kann. Werbung darf nicht in aufdringlicher oder irreführender Weise betrieben werden und darf sich weder an Minderjährige noch an gesperrte Personen richten. Verstösse gegen diese Vorschriften können zu Verwarnungen, Bussen oder im Extremfall zum Entzug der Bewilligung führen.
Die Spieler selbst riskieren, wie bereits erwähnt, keine strafrechtlichen Konsequenzen, wenn sie bei nicht bewilligten Anbietern spielen. Allerdings können ihre Einsätze und allfälligen Gewinne im Rahmen eines Strafverfahrens gegen den Anbieter eingezogen werden. Dies bedeutet konkret, dass Spieler ihr Geld verlieren können, auch wenn sie selbst nichts Illegales getan haben.

Spielerschutz als zentrales Element
Der Schutz der Spieler vor den negativen Auswirkungen des Glücksspiels ist eines der Hauptanliegen des Geldspielgesetzes. Verschiedene Massnahmen sollen verhindern, dass Menschen in die Spielsucht abrutschen oder durch Geldspiele in finanzielle Schwierigkeiten geraten.
Lizenzierte Anbieter sind verpflichtet, ein umfassendes Spielerschutzkonzept umzusetzen. Dazu gehören Identitätskontrollen, die sicherstellen, dass nur volljährige Personen spielen können. Minderjährige, also Personen unter 18 Jahren, sind von allen Geldspielen ausgeschlossen. Die Anbieter müssen technische und organisatorische Massnahmen ergreifen, um dieses Verbot durchzusetzen.
Ein wichtiges Instrument ist die Möglichkeit zur Selbstsperre. Spieler, die merken, dass ihr Spielverhalten problematisch wird, können sich selbst sperren lassen und werden dann von allen lizenzierten Anbietern ausgeschlossen. Es gibt auch die Möglichkeit der Fremdsperre, bei der Angehörige oder Behörden eine Sperre beantragen können, wenn eine Person offensichtlich unter Spielsucht leidet.
Die Anbieter sind zudem verpflichtet, auffälliges Spielverhalten zu erkennen und darauf zu reagieren. Wer ungewöhnlich hohe Beträge setzt oder Anzeichen von Kontrollverlust zeigt, soll angesprochen und gegebenenfalls von weiteren Spielen ausgeschlossen werden. Diese Massnahmen werden von den Aufsichtsbehörden regelmässig überprüft.
Seit der Einführung des Geldspielgesetzes wurde ein gemeinsames Sperrsystem für Lotterien und Casinos eingerichtet. Wer in einer Spielbank gesperrt ist, kann auch bei den Online-Angeboten von Swisslos oder der Loterie Romande nicht mehr spielen, und umgekehrt. Dieses System verhindert, dass problematische Spieler einfach zu einem anderen Anbieter wechseln.
Zur Finanzierung von Präventionsprogrammen wird eine Abgabe von 0,5 Prozent auf den Bruttospielertrag der Lotteriegesellschaften erhoben. Diese Mittel, die sich auf etwa fünf Millionen Franken pro Jahr belaufen, werden für die Prävention, Ausbildung und Behandlung von Spielsucht verwendet.
Aktuelle Entwicklungen und Zukunftsaussichten
Das Geldspielgesetz ist kein statisches Regelwerk, sondern entwickelt sich kontinuierlich weiter. Die Behörden passen die Vorschriften regelmässig an neue Entwicklungen an und reagieren auf Erfahrungen aus der Praxis. Im Jahr 2024 wurde der Rechenschaftsbericht 2021-2024 der GESPA veröffentlicht, der auf die Entwicklungen der vergangenen vier Jahre zurückblickt.
Ein aktuelles Thema ist die Einordnung von E-Sports im Geldspielrecht. Videospielwettbewerbe gewinnen immer mehr an Bedeutung, und die Frage, ob Wetten auf E-Sports-Veranstaltungen zulässig sind, beschäftigt die Behörden. Die GESPA weist darauf hin, dass E-Sports-Events unter bestimmten Umständen als Geschicklichkeitsgeldspiele eingestuft werden könnten, was Auswirkungen auf die Bewilligungspflicht hätte.
Auch die technische Entwicklung stellt die Regulierung vor Herausforderungen. Die Netzsperren, die das Kernstück der Durchsetzungsstrategie bilden, werden von Kritikern als technisch unzureichend bemängelt. Mit VPN-Diensten können sie relativ leicht umgangen werden, und die Frage, ob die Massnahmen tatsächlich wirksam sind, bleibt umstritten.
Die Evaluation des Geldspielgesetzes, die der Bundesrat in Auftrag gegeben hat, soll Aufschluss darüber geben, ob die Ziele des Gesetzes erreicht werden und wo Nachbesserungen nötig sind. Der Evaluationsauftrag wurde im September 2024 öffentlich ausgeschrieben und soll bis Ende des Jahres vergeben werden. Die Ergebnisse werden zeigen, ob das Schweizer Modell der Glücksspielregulierung seine Versprechen einlösen kann.
Im internationalen Vergleich gilt das Schweizer Geldspielgesetz als restriktiv, aber auch als Vorbild für eine sozial verantwortliche Regulierung. Die hohen Abgabesätze, die Zweckbindung der Gewinne an gemeinnützige Zwecke und die strengen Spielerschutzmassnahmen werden in Fachkreisen positiv bewertet. Gleichzeitig zeigt die fortbestehende Nutzung illegaler Angebote, dass die Regulierung nicht alle Probleme lösen kann.
Praktische Tipps für legales Wetten in der Schweiz
Wer in der Schweiz legal und sicher auf Sport wetten möchte, sollte einige grundlegende Regeln beachten. Der wichtigste Rat lautet: Nutzen Sie ausschliesslich die lizenzierten Anbieter Sporttip oder Jouez Sport. Nur diese Anbieter bieten den vollen Schutz des Schweizer Rechts und garantieren die Auszahlung von Gewinnen.
Bevor Sie mit dem Wetten beginnen, sollten Sie sich über die Regeln und Risiken informieren. Setzen Sie niemals mehr Geld, als Sie sich leisten können zu verlieren. Sportwetten sind eine Form des Glücksspiels, und selbst bei guter Analyse und fundiertem Wissen ist ein Verlust jederzeit möglich. Setzen Sie sich ein Budget und halten Sie sich konsequent daran.
Nutzen Sie die Spielerschutzfunktionen, die die Anbieter bereitstellen. Sie können Einzahlungslimits, Einsatzlimits und Verlustgrenzen festlegen, die verhindern, dass Sie im Eifer des Gefechts mehr ausgeben als geplant. Wenn Sie merken, dass Ihr Spielverhalten problematisch wird, zögern Sie nicht, professionelle Hilfe zu suchen oder sich selbst sperren zu lassen.
Dokumentieren Sie Ihre Wetten und Gewinne sorgfältig. Obwohl Gewinne bei lizenzierten Schweizer Anbietern bis über eine Million Franken steuerfrei sind, sollten Sie im Zweifelsfall nachweisen können, woher Ihr Geld stammt. Eine einfache Tabelle mit Datum, Einsatz, Quote und Ergebnis reicht in den meisten Fällen aus.
Seien Sie misstrauisch gegenüber Angeboten, die zu gut klingen, um wahr zu sein. Ausländische Anbieter locken oft mit hohen Boni und besseren Quoten, aber die Risiken überwiegen die möglichen Vorteile bei weitem. Im schlimmsten Fall verlieren Sie nicht nur Ihren Bonus, sondern auch Ihre Einzahlungen und Gewinne.

Die Bedeutung des Spielerschutzes im Schweizer Modell
Der Spielerschutz nimmt im Schweizer Geldspielgesetz eine zentrale Stellung ein und unterscheidet das hiesige Modell von vielen anderen Glücksspielregulierungen weltweit. Die Behörden und Anbieter sind verpflichtet, aktiv Massnahmen zu ergreifen, um problematisches Spielverhalten zu erkennen und zu verhindern.
Ein wesentliches Element ist das Mindestalter von 18 Jahren für alle Formen des Geldspiels, einschliesslich Online-Sportwetten. Die Anbieter müssen technische und organisatorische Vorkehrungen treffen, um sicherzustellen, dass keine Minderjährigen Zugang zu ihren Angeboten erhalten. Bei der Online-Registrierung werden die Identität und das Alter der Spieler überprüft, bevor diese Wetten platzieren können.
Darüber hinaus haben Spieler die Möglichkeit, sich selbst Grenzen zu setzen. Einzahlungslimits, Einsatzgrenzen und maximale Verluste können individuell konfiguriert werden. Diese Funktionen helfen dabei, die Kontrolle über das eigene Spielverhalten zu behalten und verhindern, dass im Affekt mehr Geld ausgegeben wird als ursprünglich geplant.
Für Personen, die bereits Probleme mit dem Glücksspiel haben oder gefährdet sind, gibt es das Instrument der Spielsperre. Eine Selbstsperre kann jederzeit beantragt werden und führt dazu, dass der Betroffene bei allen lizenzierten Anbietern in der Schweiz vom Spielen ausgeschlossen wird. Es gibt auch die Möglichkeit der Fremdsperre, bei der Angehörige oder Behörden einen Ausschluss beantragen können.
Seit Einführung des Geldspielgesetzes existiert ein gemeinsames Sperrsystem, das alle Casinos und Lotteriegesellschaften verbindet. Wer in einer Spielbank gesperrt ist, kann auch bei Swisslos oder der Loterie Romande nicht mehr spielen. Diese Vernetzung verhindert, dass problematische Spieler einfach zu einem anderen Anbieter ausweichen.
Die Finanzierung der Präventions- und Behandlungsangebote erfolgt durch eine Abgabe der Spielveranstalter. Jährlich stehen mehrere Millionen Franken für Aufklärungskampagnen, Beratungsstellen und Therapieangebote zur Verfügung. So trägt das Glücksspiel selbst dazu bei, die Probleme zu bekämpfen, die es verursachen kann.
Fazit
Die Rechtslage bei Sportwetten in der Schweiz ist eindeutig geregelt. Mit dem Geldspielgesetz hat die Eidgenossenschaft einen umfassenden Rahmen geschaffen, der legale Wettmöglichkeiten bietet und gleichzeitig die Bevölkerung schützt. Die beiden lizenzierten Anbieter Sporttip und Jouez Sport ermöglichen es Sportfans, ihrem Hobby nachzugehen, ohne rechtliche Risiken einzugehen.
Wer sich an die Regeln hält und bei den lizenzierten Anbietern wettet, kann die Welt der Sportwetten in der Schweiz sicher und legal geniessen. Die Quoten mögen nicht immer die höchsten sein, und das Angebot mag nicht so umfangreich wie bei internationalen Buchmachern erscheinen. Doch die Sicherheit, dass Gewinne ausgezahlt werden, dass persönliche Daten geschützt sind und dass im Falle von Problemen das Schweizer Recht greift, ist jeden kleinen Kompromiss wert.
Die Zukunft wird zeigen, wie sich das Geldspielgesetz weiterentwickelt und ob Anpassungen nötig werden. Was jedoch bleibt, ist der grundlegende Ansatz: In der Schweiz soll Glücksspiel möglich sein, aber unter kontrollierten Bedingungen und zum Wohle der Allgemeinheit. Dieser Grundsatz, den die Bevölkerung 2012 mit überwältigender Mehrheit unterstützt hat, bildet auch weiterhin die Grundlage der Schweizer Glücksspielpolitik.